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Ist Integrität erfolgsrelevant?

„Wünschen Sie sich, dass die Menschen in Ihrem Umfeld Sie als integre Person beurteilen?“ Ausnahmslos haben alle bisher von mir gefragten Führungskräfte auf meine Frage mit „Ja“ geantwortet.

Der Begriff Integrität – ein „Geheimnis“!
Im Gespräch wird dann deutlich, dass der Begriff Integrität nicht so leicht zu ergründen ist. Die bekannteste Definition lautet „Übereinstimmung von Denken, Reden, Handeln“. Da mit dieser Definition die dahinter stehenden Werte außer Acht gelassen werden – und damit z.B. auch ein Mafia- oder IS-Mitglied ein ausgesprochen integrer Mensch sein könnte – trifft diese Definition nicht den Kern.

Die Wahrheit von Integrität liegt tiefer, sie hat fast etwas Geheimnisvolles und ist schwierig zu formulieren. Interessant ist deshalb, dass die Mehrheit der Menschen offensichtlich trotzdem den starken Wunsch hat, als integre Person angesehen zu werden – im Wissen, dass man diesem Begriff kaum entspricht.

Der stärkste Wunsch der Führungskraft – und seine Kosten
Dem Wunsch, ein integrer Mensch zu sein, steht ein anderes starkes Verlangen gegenüber: Anerkennung. Die stärkste Erfüllung dieses Wunsches ist Erfolg. Der Druck zum Erfolg lässt uns Führungskräfte zum Gratwanderer werden – konfrontiert mit der Gefahr des schleichenden Abgleitens in die graue oder sogar rote Zone der Illegalität.

Aber auch mit der Gefahr des Abdriftens in die Einseitigkeit eines Lebens, das objektiv gesehen immer weniger lebenswert wird: defekte bzw. zerstörte Beziehungen; fehlende Balance; psychische und körperliche Schäden; Fremdsteuerung; verlorene Souveränität über das eigene Leben. Der ungeheure Drang, im Beruf erfolgreich sein zu wollen, ja zu müssen, wird oft zu einem alle anderen Lebensbereiche erstickenden Monster. Offensichtlich sind schlimme psychische Abstürze von Geschäftsleuten wie Burnout oder Depression oft nicht die Folge von harter Arbeit, sondern von einem unausgewogenen Leben.

Ganzheitlichkeit – der wirkliche Erfolgsfaktor
Hat Integrität etwas mit Erfolg zu tun? Im Lexikon wird Integrität mit Vollkommenheit, Ganzheitlichkeit und Unversehrtheit umschrieben. Das heißt: ein integres Leben definiert sich auch, aber nicht primär durch Werte, sondern vielmehr durch die Qualität seiner Ganzheitlichkeit. Jesus Christus spricht in der Bibel vom „überfliessenden Leben“ – und meint damit ein Leben, das uns Freude und wirklichen Sinn gibt; das uns gesunde Beziehungen ermöglicht und das unseren Mitmenschen dient. Ein Leben, das uns auch nach Beendigung der beruflichen Tätigkeit noch viel Sinn und Erfüllung liefert. Beruflicher Erfolg kann Teil eines erfolgreichen Lebens sein. Aber beruflicher Erfolg alleine ist nicht Lebenserfolg!

Blindflug – oder ein Leben mit offenen Augen?
Es geht um das Cockpit unseres Lebens. Haben wir alle unsere Instrumente im Auge? Im Alltag sind offene Augen wesentlich, um Gefahren auf der Strasse zu erkennen. Offene Augen für die Instrumente unseres Lebenscockpits sind wesentlich, um die Gefahren eines eindimensionalen Lebens zu erkennen.

 

Claude R. Schmutz
LIF Präsident

Wie Führungskräfte den Überblick behalten – das LIF COCKPIT als Life-Management-Tool

Vielbeschäftigte kennen das: neben dem anspruchsvollen Job gilt es, die weiteren Lebensbereiche wie Partnerschaft, Familie und Freundschaften zu berücksichtigen. Ganz zu schweigen von den eigenen Bedürfnissen, die vielleicht schon viel zu lange zu kurz kommen. Gleichzeitig ist man verschiedensten Erwartungshaltungen ausgesetzt. Wie in diesem Szenario den Überblick behalten und den persönlichen „Lebens-Flug“ erfolgreich steuern?

Die Piloten in einem Flugzeug stützen sich bei der Analyse und Beurteilung ihrer Situation auf die Anzeigeinstrumente in ihrem Cockpit. Zentral dabei ist das sogenannte Aviation Six Pack, in dem die für einen gelingenden Flug sechs wichtigsten Indikatoren dargestellt werden (Geschwindigkeit, künstlicher Horizont, Höhenmesser, Vertikalgeschwindigkeit, Kursanzeige und Wendezeiger). Weicht ein kritischer Wert vom Sollzustand ab, kann der Pilot direkt reagieren und eingreifen. Die Komplexität des Ganzen wird dadurch übersichtlich auf die wichtigsten Teilbereiche herunter gebrochen.

Das LIF COCKPIT ist – abgeleitet vom Piloten-Cockpit im Flugzeug – ein Tool, um das eigene Leben ganzheitlich in den Blick zu nehmen und erfolgreich zu steuern. Es bildet die sechs zentralen Lebensbereiche ab, die für praktisch jede Führungsperson von Bedeutung sind: Persönlichkeit, Freiheit, Freunde, Ehe, Karriere und Sinn.

 

Das LIF Cockpit als Download zur persönlichen Reflexion >>>

 

Persönlichkeit
Der Indikator Persönlichkeit hat mit den eigenen Bedürfnissen, Träumen und Persönlichkeitsmerkmalen zu tun. Was ist mir wirklich wichtig? Wie sehen meine Zukunftsvorstellungen aus? Wovon habe ich früher geträumt und was ist aus diesen Träumen geworden? Haben die ständigen Anpassungsleistungen unerwünschte Spuren im eigenen Verhalten und Charakter hinterlassen? Wie erobere ich zurück, was mir im Laufe der Karriere verloren gegangen ist?

Freiheit
Dieser Indikator zeigt an, wie es um die persönliche Freiheit wirklich bestellt ist. Bin ich in meinen Handlungen und Entscheidungen von anderen Menschen unabhängig? Kann ich Richtungen und Ziele festlegen und zwischen Alternativen wählen? Lebe ich selbst oder versuche ich, die Erwartungen anderer Menschen zu erfüllen? Wie sieht es mit der inneren Freiheit aus? Gibt es unfrei wirkende Prägungen, Denkmuster oder Gewohnheiten – möglicherweise negative Erfahrungen aus der Vergangenheit – die wirkliche Freiheit verhindern? Darf alles ans Licht kommen oder gibt es Leichen im Keller, die besser unentdeckt bleiben?

Freunde
Dieser Indikator hat mit den Beziehungen zu anderen Menschen und deren Auswirkungen auf das eigene Leben zu tun. Habe ich wahre Freunde? Wer ist noch da, wenn ich nicht mehr leisten kann? Sind die persönlichen Beziehungen im Freundeskreis – aber auch zu Nachbarn, Mitarbeitern und Vorgesetzten – möglichst unbelastet und gesund? Lebe ich in tragfähigen und freundschaftlichen Beziehungen, die aufbauen und Freude machen?

Ehe
Das wichtigste zwischenmenschliche Beziehungsfeld. Ist die Partnerschaft trotz allen Hochs und Tiefs eine Quelle der Stärkung und Ermutigung? Findet nach Krisen wieder Vergebung und Versöhnung statt? Ziehen wir gemeinsam an einem Strang oder mehr gegeneinander? Ist mein Partner mit meinem Beruf versöhnt? Was ist aus den Erwartungen geworden, mit denen man einst in die Beziehung ging? Wie sieht man selbst die eigene Partnerschaft – und wie sieht sie der Partner?

Karriere
Der Indikator Karriere beleuchtet die berufliche Entwicklung auf Basis der ursprünglichen Erwartungen und des persönlichen Potenzials. Bin ich beruflich am richtigen Platz? Trifft der heutige Aufgaben- und Verantwortungsbereich meine persönlichen Stärken und Vorlieben? Kann ich in meiner beruflichen Position die Wirkung erzielen, die ich mir wünsche? Erlebe ich in dem, was ich tue, Erfüllung – oder fühle ich mich unabhängig von erreichter Position und Gehaltsstufe fehl am Platz? Ist mein Herz da, wo mein Arbeitsplatz ist – oder schlägt es ganz woanders?

Sinn
Der Indikator Sinn hat mit den grundsätzlichen Fragen des Lebens zu tun. Macht mein Leben im Allgemeinen und die tägliche mühevolle Kleinarbeit im Besonderen wirklich Sinn? Ist der Sinn des Lebens von Leistung und Zielerreichung abhängig oder gibt es ein davon losgelöste Sinnquelle? Wovon leite ich den Wert meines Lebens ab? Drohen meine persönlichen Wertquellen eines Tages vielleicht zu versiegen? Was dann? Was gibt mir Sicherheit und an welchen Maßstäben orientiere ich mich? Spüre ich inneren Frieden und Erfüllung?

Reflexion

Jeder dieser Indikatoren ist ein Anzeigeinstrument im Cockpit des persönlichen Lebens. Der Zeiger auf 0 bedeutet kein Leben und damit keine Integrität in diesem Bereich, der Zeiger auf 1 bedeutet volles Leben und volle Integrität. Jeder Mensch befindet sich irgendwo dazwischen. Anhand der genannten Fragen können wir uns reflektieren und die Zeiger einstellen. Dadurch erhalten wir einen Überblick über die Gesamtqualität unseres Lebens-Fluges und es werden Handlungsfelder sichtbar, in denen wir aktiv werden können, um unsere Lebensqualität zu erhöhen.

 

Impulsvortrag: Erfolgsfaktor Integrität – Gier ist out, Charakter ist in!

Gier und Egoismus haben unsere Welt an den Rand des Ruins gebracht. Bloß nicht „Weiter so“! Was wir heute brauchen, sind integre Persönlichkeiten, auf die man sich verlassen kann. Vertrauen und Orientierung sind gefragt. Wie gelingt uns dieser Aufbruch? Und wie können wir andere inspirieren und unser Umfeld positiv verändern?

Johannes Grassl im boxenstopp-Impulsvortrag über Integrität als Erfolgsfaktor, warum Gier „out“ und Charakter „in“ ist und wie wir unser persönliches Fundament stärken.

 

Job und Mensch müssen zusammenpassen

Michael Schmitz berät Manager, die sich in eine Sackgasse manövriert haben. Im Interview mit dem Wirtschaftsmagazin brandeins spricht er über die Nöte der Erfolgreichen, die Notwendigkeit der persönlichen Reflexion und warum die Frage „Was will ich?“ so wichtig ist.

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Routine hinterfragen!

Rückblick auf den LEBE-DEINEN-TRAUM-Workshop am 10.09.16. Führungskräfte denken gemeinsam über ihre Ziele, Werte und Prioritäten nach und stellen ihr Lebenskonzept auf den Prüfstand. Es geht um Ermutigung und konkrete Schritte, das persönliche Potenzial und die tatsächliche Position in (grössere) Übereinstimmung zu bringen…

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Potenzial entwickeln

Johannes Grassl

Als Berater und Begleiter von Führungskräften spüre ich immer wieder eines: den Wunsch nach beruflichem Erfolg plus Lebensqualität und Sinn. Gefangen im Hamsterrad des Alltags fragen sich viele: Wie kann ich mir mehr Freiräume schaffen? Was ist mir wirklich wichtig? Wofür will ich leben? Was wir brauchen, ist eine Übereinstimmung von Potenzial und Position.

 

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I want my life back!

Christoph SennChristoph Senn ist international tätiger Unternehmensberater und Universitätsdozent. Nach Jahren auf der Erfolgsspur fasst er einen Entschluss, der sein Leben verändern sollte: I want my life back! Heute ist er dabei, zurück zu erobern, was ihm im Lauf der Jahre verloren gegangen war.  Weiterlesen

Eheglück statt Dauerfrust

RH Col„Wenn Geld nicht glücklich macht, was dann?“ Auf diese Frage antwortet der Glücksforscher und Ökonom Bruno Frey: „Das relationale Glück. Das ist die Zufriedenheit, die wir aus Freundschaft, Familie und dem Umgang mit guten Bekannten ziehen“ (FAZ 23.12.08). Wie aber sieht es mit dem wichtigsten zwischenmenschlichen Beziehungsfeld, unserer Ehe, aus? Wie lässt sich die Beziehung von Mann und Frau gestalten, um dieses Glück zu erleben?

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Im Spannungsfeld Beruf – Familie

Claude und Marianne Schmutz im Interview über die Herausforderungen im Spannungsfeld Beruf – Familie. Was bedeutete dem Ehepaar Erfolg, welche Gefahren barg er für die Ehe und welche Erfolgserlebnisse erleben die beiden heute?

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Portfolio Einträge