Vom Sinn zur Wirkung

Gehen Sie einfach nur Geld verdienen, oder haben Sie in Ihrer Arbeit Ihre wahre Bestimmung gefunden? Folgende Impulse helfen Ihnen, Führung und Sinnorientierung zu verknüpfen. Aus einem Artikel von Nick Craig und Scott Snook aus dem Harvard Business Manager.

 

Die zwei wichtigsten Tage deines Lebens sind der Tag, an dem du geboren wurdest, und der Tag, an dem du herausfindest, warum.
Mark Twain

Das Interesse an sinnorientierter Führung nimmt stark zu. Für Wirtschaftsexperten und Managementtheoretiker ist Sinnorientierung der Schlüssel zu herausragender Performance, Psychologen sehen sie als Weg zu mehr Zufriedenheit. In ihrem Artikel für den Harvard Business Manager (Ausgabe September 2014) beschreiben Nick Craig und Scott Snook einen Weg, Führung und Sinnorientierung zu verbinden und sich dadurch einen festen persönlichen Anker zu schaffen.

Sinn wird immer häufiger als Schlüssel dazu verstanden, sich in der komplexen, instabilen und uneindeutigen Welt von heute zurechtzufinden, in der Strategien immer wieder neu definiert werden und Entscheidungen kaum noch als eindeutig richtig oder falsch zu identifizieren sind. Dieses wachsende Verständnis des Themas ändert aber nichts an einer großen Herausforderung. Bei ihrer Arbeit mit Tausenden von Managern aus unterschiedlichsten Organisationen haben Craig und Snook festgestellt, dass nicht einmal 20 Prozent der Führungskräfte eine klare Vorstellung von ihrer Bestimmung haben und noch weniger sie konkret in Worte fassen können!

Nicht einmal 20 Prozent der Führungskräfte haben eine klare Vorstellung von ihrer Bestimmung, und noch weniger können sie konkret in Worte fassen.

Vielen gelingt es durchaus, die Mission ihrer Organisation zu artikulieren. Doch wenn es um den eigenen Daseinszweck geht, werden die Manager allgemein und nebulös. Als Folge davon begnügen sich Manager mit weniger und schaffen es häufig nicht, ihre beruflichen und privaten Ziele zu erreichen.

Den eigenen Lebenszweck zu artikulieren und den Mut finden, ihn auch zu leben – so Craig und Scott – ist die wichtigste Entwicklungsaufgabe, die man sich als Führungskraft vornehmen kann.

Den eigenen Lebenszweck zu artikulieren und den Mut zu finden, ihn auch zu leben, ist die wichtigste Entwicklungsaufgabe, die man sich als Führungskraft vornehmen kann.

 

Was ist Sinn?

Ihre Bestimmung als Führungskraft zeigt, was Sie sind und was Sie besonders macht. Egal ob Entrepreneur bei einem Start-Up oder CEO bei einem Großkonzern: Es geht nicht darum, was Sie tun, sondern darum, wie Sie Ihren Job machen und warum – um die Stärken und Leidenschaften, die Sie mitbringen, egal wohin Sie gehen. Es geht darum, was Sie im Innersten antreibt.

Die meisten von uns gehen ins Grab, während unsere Musik noch in uns ist, ungespielt.
Oliver Wendell Holmes

Um die eigene Bestimmung als Führungskraft herauszuarbeiten, lohnt sich eine Suche nach den großen Themen, die Sie schon immer begeistert haben. Daraus formulieren Sie eine kurze, präzise Beschreibung, die Sie persönlich anspricht und motiviert. Schließlich erarbeiten Sie einen Plan, um sinnvolle Projekte zu identifizieren und sie in die Praxis zu übertragen. Dieser Plan ist als persönliches Dokument abgefasst, in einer für Sie selbst typischen und klaren Sprache. Er konzentriert sich auf große, übergeordnete Ziele und bricht sie auf kurzfristigere Ziele herunter. Er betont Ihre persönlichen Stärken und berücksichtigt sowohl Ihre berufliche als auch die private Perspektive.

Unsere Bestimmung als Führungskraft ergibt sich vor allem aus unserer Identität – dem Wesen dessen, wer wir sind. Unsere Bestimmung ergibt sich nicht aus der Ansammlung von Ausbildungen, Erfahrungen und Fähigkeiten, die wir uns im Laufe unseres Lebens erwerben!

Craig und Snook betonen klar: Seine Bestimmung als Führungskraft zu finden ist keine leichte Aufgabe. Sonst würden wir alle dieser Bestimmung in jeder Minute des Tages folgen. Aber es ist möglich. Der Schlüssel dazu liegt in einem Prozess, der Raum für Individualität lässt, aber auch eine praktische Schritt-für-Schritt-Anleitung bietet. Dazu gehören unter anderem folgende Fragen:

  1. Was ist mein „Warum“? Das Ziel ist, den eigenen Kern, die persönlichen Stärken, Werte, Vorlieben und Leidenschaften zu definieren – das, was einem Energie gibt und Freude bereitet.
  2. Welche Ziele sind mir wirklich wichtig? Es geht um eine Klärung der übergeordneten Ziele. Der Fokus sollte dabei auf der Frage liegen, wie wir diese Ziele erreichen wollen – welche Art von Leben will ich führen, welche Art von Führungskraft will ich sein etc.
  3. Wie beginne ich? Wie kann ich – innerhalb meines aktuellen Kontextes, meines Jobs, meiner Lebenssituation – den Dingen, die mich begeistern und mir wirklich wichtig sind, mehr Raum geben?

Aus den Lebenszielen lässt sich eine Lebensstrategie ableiten. Diese Lebensstrategie hilft dabei, die persönlichen Ressourcen möglichst wirksam einzusetzen und die richtigen Entscheidungen zu treffen. Immer wieder bestätigen Führungskräfte, dass die Klärung ihrer inneren Werte und Motive ihnen dabei hilft, ihren Zielen treu und auf Kurs zu bleiben.

Wenn Sie ein wirklich effektiver Manager sein wollen, müssen Sie folgendes tun: Werden Sie sich über Ihre Bestimmung klar und arbeiten Sie dann mit dieser Erkenntnis!

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