Wachstumskultur schaffen

Kultur ist entscheidend für Wachstum und Entwicklung. Während Visionen die Ziele definieren, entscheidet die gelebte Kultur, ob wir diese Ziele auch erreichen. Frei nach John C. Maxwell: „Culture eats vision for lunch – you need to have a vision, but culture is much more important!“ Wie aber schaffen wir eine Kultur, in der wir wachsen und uns positiv entwickeln können?

Eine Vision definiert das Ziel, malt ein Bild von der Zukunft. Kultur ist die Atmosphäre, in der wir uns auf diese Ziele hin bewegen, der geistige und moralische Überbau, geprägt von Werten und Verhalten. Kultur muss gestaltet und entwickelt werden, schon die Wortherkunft weist darauf hin: „Kultur“ kommt vom lateinischen cultura und bedeutet soviel wie „pflegen, urbar machen, ausbilden“.

 


Eine Vision definiert das Ziel – die Kultur entscheidet, ob wir dieses Ziel auch erreichen!


Als Führungskräfte prägen wir Kultur. Wie ein Stein, der ins Wasser fällt und Kreise zieht, nehmen wir Einfluss auf unser Umfeld und unsere Verantwortungsbereiche. Durch unser Denken, Reden und Handeln, unsere Einstellungen und unser Verhalten, ziehen wir Kreise und schaffen Kultur.

Wie sieht unsere Unternehmens-Kultur aus? Unsere Arbeitsplatz-Kultur? Wie unsere Ehe- und Familien-Kultur? Wie können wir ein Umfeld / d.h. eine Kultur schaffen, die Wachstum und Entwicklung fördert – sowohl unsere persönliche als auch die der Menschen um uns – Mitarbeiter, Freunde, Kinder, Partner? Anbei 5 Charaktereigenschaften, die eine Wachstums-Kultur ausmachen:

 

1 Wachstumskultur ist ein Ort, wo andere mir voraus sind! 

Ein Ort, wo Leute erfahrener, intelligenter, besser und erfolgreicher sind als wir selbst. Warum? Damit wir lernen können! Ich persönlich habe einen kleinen Kreis von Personen, mit denen ich freundschaftlich verbunden bin und von denen ich bewusst lerne. Ratgeber und Mentoren, die mich begleiten. Leute, deren Bücher ich lese und deren Podcasts ich höre etc. Es geht darum, unseren Horizont und unsere Kompetenzen sukzessive zu erweitern.
Was wir konkret tun können:

  • Sich mit Leuten umgeben, die besser sind als man selbst
  • Ein persönliches Coaching / Mentoring beginnen
  • Einen informellen Kreis von Gleichgesinnten starten, mit denen man sich regelmäßig zum Austausch und zur gegenseitigen Inspiration trifft. Bei LIF nennen wir das „I-Teams“

2 Wachstumskultur ist ein Ort, wo der Fokus nach vorne gerichtet ist!

Wir leben im Heute und schauen nach vorne. Ständig in die Vergangenheit zu blicken wäre wie Autofahren per Rückspiegel. Der Apostel Paulus schreibt: „Ich lasse das, was hinter mir liegt, bewusst zurück, konzentriere mich völlig auf das, was vor mir liegt, und laufe mit ganzer Kraft dem Ziel entgegen…“ Aus Fehlern lernen wir, Verletzungen vergeben wir, das Heute gestalten wir, die Zukunft planen wir.
Konkret:

  • Aus der Vergangenheit lernen, wenn notwendig aufarbeiten. Dann den Blick nach vorne richten.
  • The Capacity to close: Die Fähigkeit entwickeln, Situationen/Ereignisse abzuschließen und hinter sich zu lassen.
  • Wir freuen uns mehr auf das, was kommt, als dass wir dem nachtrauern, was war. Früher war alles besser? Die beste Zeit ist heute!

3 Wachstumskultur ist ein Ort der Ermutigung!

Jeder braucht Ermutigung, Bestätigung und Wohlwollen. Wir feuern an, bauen auf, bestätigen und entwickeln das Potenzial und die Stärken in uns und in den Menschen um uns – sowohl im beruflichen wie privaten und familiären Umfeld. Übrigens: Fehler sind unsere Freunde, weil wir von ihnen lernen können – oft mehr als vom Erfolg.
Konkret:

  • Entscheidung, einen Lebensstil der Ermutigung zu etablieren – das heißt möglichst positiv, fördernd, unterstützend denken, reden und handeln
  • In unserer Familie haben wir gemeinsam festgelegt: „Wir sind eine Familie der Freude – und wir lachen viel. Ha, ha, ha… :-)“ Das sprechen wir uns immer wieder zu, besonders in schwierigen Situationen und bei schlechter Stimmung.
  • Wir schauen nicht auf die Schwächen, sondern auf die Stärken. Was kann ich gut und was liebe ich zu tun? Was können meine Mitarbeiter gut? Was können meine Kinder gut und wofür schlägt ihr Herz? Darauf konzentrieren wir uns! Schwächen zu verbessern macht mittelmäßig, Stärken zu verbessern macht exzellent.

4 Wachstumskultur ist ein Ort, wo glaubensvoll und positiv gesprochen wird!

Es ist wie in der Natur bei Saat und Ernte. Alles, was wir aussäen, bringt zeitversetzt eine Ernte hervor. Gleiches gilt für unser Denken, Reden und Tun: bewusst oder unbewusst säen wir damit permanent in uns und andere Menschen. Negatives Reden bringt negatives Leben. Loben zieht nach oben und eine bewusst positive und glaubensvolle Sprache kreiert eine Atmosphäre, in der Menschen aufgebaut werden und Gutes wachsen kann. Wir brauchen mehr vom „We-can“-Spirit!
Konkret:

  • Ich entscheide mich, glaubensvoll (=zuversichtlich) und positiv zu reden. Jammern und Schuldzuweisungen sind OUT, Eigenverantwortung wahrnehmen und konstruktiv Gestalten ist IN!
  • Unser Denken bestimmt nicht nur unser Reden, unser Reden prägt auch unser Denken: mit der bewussten Veränderung unserer Sprache kreieren wir eine Atmosphäre, in der neu (produktiver, lösungsorientierter, positiver) gedacht, gesprochen und gehandelt wird.
  • Damit werden wir zu einer Inspiration für andere: am Arbeitsplatz, im Freundeskreis und in der Familie wird unser Change für positive Veränderung sorgen. Andere lassen sich anstecken und ziehen nach – probieren Sie es aus.

5 Wachstumskultur ist ein Ort, wo Veränderung positiv belegt ist!

Von Natur aus will der Mensch keine Veränderung – er bevorzugt die bequeme Komfortzone und den Status Quo. „Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach“ – oder: „Lieber das bekannte Unglück als das unbekannte Glück“. Wachstum aber bedeutet immer Veränderung. Nicht jede Veränderung ist Wachstum – man kann sich auch zum Negativen verändern. Aber: Wachstum ist immer Veränderung. Man kann nicht wachsen, ohne dass man verändert wird. Und man wird nur verändert außerhalb der eigenen Komfortzone. Aus der Komfortzone gehen heißt, persönliche Stärken und Potenziale nehmen und damit auf die nächste Ebene gehen. Wie beim Sport: immer wieder einmal die Schlagzahl erhöhen.
Konkret:

  • Wir nehmen immer wieder bewusst neue Herausforderungen an – Aufgaben und Situationen, die uns stretchen und aus der Komfortzone führen.
  • Ich gehe dahin, wo ich etwas lernen kann und wo ich scheitern kann.
  • Es geht nicht um Sicherheit – sondern um Lebendigkeit!

 


Autor Johannes Grassl

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