Authentisch führen

Authentische Führung ist ein Schlagwort in der modernen Managementphilosophie – spätestens seit Bill George´s Bestseller „Authentic Leadership“ (2004). Google´t man den Begriff, kommt man auf Tausende von Seiten. Unzählige Berater, Institutionen und Publikationen widmen sich dem Thema. Während der Nutzen von und die Anforderungen an Authentische Führung relativ klar beschrieben sind, bleibt die praktische Frage, wie das Ganze konkret gelebt werden kann – wie aus einer Führungskraft also ein „authentischer Leader“ wird. Der Schlüssel ist – wie so oft – Integrität.

In einem lesenswerten Artikel widmen sich die Egon-Zehnder-Berater Boudewijn Arts (Singapore) und Neeraj Sagar (Bangalore) dem Thema Authentizität  (http://www.egonzehnder.com/the-focus-magazine/topics/the-focus-on-identity/leadership-insights/how-do-i-look.html). Kaum eine andere Führungseigenschaft sei aktuell mehr gefragt, kaum ein anderes Führungsthema momentan mehr diskutiert. Wobei schnelle Antworten („Sei, wer du bist“) erstens zu kurz greifen und zweitens praktisch wenig konkret sind.

Authentische Führung erneuert und stärkt den „psychologischen Vertrag“ zwischen Unternehmen, Führungskräften und Mitarbeitern
Boudewijn Arts & Neeraj Sagar

Was bedeutet authentische Führung? U.a. Übereinstimmung mit sich selbst, eine innere und äußere „Stimmigkeit“; Worte und Taten, Bild und Ton, passen zusammen; Authentische Persönlichkeiten bleiben sich selbst treu, auch in schwierigen Umständen; Sie leben ihre Werte, auch unter Druck, haben ein hohes Maß an innerer Unabhängigkeit etc. Vier Elemente von Authentizität werden von Arts und Sagar genannt: Selbstwahrnehmung (ein Wissen der eigenen Stärken und Schwächen, Gefühle und Motive, persönliche Reflexion), Unbefangenheit (Ehrlichkeit gegenüber sich selbst, frei von Vorurteilen), Verhalten (authentisches Verhalten bedeutet eine Auseinandersetzung – nicht Verdrängung – mit den positiven/negativen Seiten der eigenen Persönlichkeit) und Beziehungsorientierung (Echtheit in Beziehungen und handeln nach persönlichen Werten; klar definiertes eigenes Wertegerüst, Prioritäten werden gesetzt und gelebt, keine Kompromisse nur zum kurzfristigen Erfolg).

Die Autoren unterstreichen den letzten Punkt als besonders relevant für Führungsaufgaben im Business: das Führen und Handeln in Übereinstimmung mit dem eigenen Wertesystem. Die eigenen Werte, Einstellungen und Motive (=Treiber) bilden das tiefere Fundament, den Kern der individuellen Persönlichkeit. Sie bilden den Kompass für persönliche und berufliche Entscheidungen, sind die Basis für Integrität und Vertrauenswürdigkeit. Sie machen eine Person im positiven Sinn „einschätzbar“ und stellen sicher, dass andere die eigene Führungsrolle respektieren und achten.

Integrität gibt Führungskräften die einzige Autorität, die andere wirklich achten und auch in Konfliktsituationen respektieren.
Dr. Siegfried Buchholz

Fazit: Die Fähigkeit, authentisch zu führen und von anderen authentisch wahrgenommen zu werden, ist das Schlüssel-Kriterium ethischer wie emotionaler Leadership-Kompetenz. Authentische Führung bilde die Klammer für drei elementare Eigenschaften erfolgreicher Führungskräfte: Strategische Vision, Ergebnisorientierung und das proaktive Gestalten von Veränderungsprozessen.

Was hat das mit Integrität zu tun? Integrität ist die Voraussetzung für Authentizität. Oder andersrum: Authentizität (das bedeutet per Definition, als „echt“ bzw. „als Original“ wahrgenommen zu werden) ist die Folge von Integrität (der schrittweise Veränderungsprozess zu mehr Echtheit und Originalität, ). Die genannten Anforderungen (Klärung der persönlichen Werte und Prioritäten, Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit, leben und handeln nach persönlichen Werten etc.) werden konkret mit Leben gefüllt. Die LIF Initiativen sind praxiserprobte Tools zur Umsetzung und Förderung der Integrität und damit Authentizität von Führungskräften.

 

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