Potenzial entwickeln

Johannes Grassl

Als Berater und Begleiter von Führungskräften spüre ich immer wieder eines: den Wunsch nach beruflichem Erfolg plus Lebensqualität und Sinn. Gefangen im Hamsterrad des Alltags fragen sich viele: Wie kann ich mir mehr Freiräume schaffen? Was ist mir wirklich wichtig? Wofür will ich leben? Was wir brauchen, ist eine Übereinstimmung von Potenzial und Position.

 

Von Johannes Grassl

Jeder Mensch steht in einem Spannungsfeld zwischen Potenzial und Position. Unser Potenzial umfasst unsere Stärken und Talente, unsere persönlichen Träume und Zukunftsvorstellungen. Die Position hingegen beschreibt das wirkliche Leben, die Herausforderungen, Sachzwänge und Umstände, in denen wir uns bewegen.

Wer sein Potenzial kennt, dieses aber nicht umsetzt, träumt sein Leben. Wer eine starke Position hat – viel beschäftigt, ständig am Limit, very busy und keine Zeit – dabei aber sein Potenzial opfert, der wird gelebt. Glück und Sinn warten im Leben-Feld. Das ist, wenn Potenzial und Position in Übereinstimmung kommen.

Potenzial-Position

Wie geht das? Wie können wir unsere Träume, Stärken und Vorlieben mehr berücksichtigen? Wie können wir uns in einem anspruchsvollen beruflichen Umfeld mehr Freiräume schaffen? Es geht Schritt für Schritt. Wir beginnen, uns selbst und unsere Bedürfnisse ernst zu nehmen. Wir können uns die entscheidenden Fragen stellen und gute Entscheidungen treffen. Egal in welchem Feld der Matrix wir uns aktuell befinden – Träumen, Tod, Gelebt werden – können wir Schritte in das Feld Leben gehen. Was es braucht, sind Analyse und Lösungsweg.

Analyse: Persönliche Bestandsaufnahme, das eigene Leben einmal auf den Prüfstand stellen, einen Aktivitäten-TÜV durchführen. Alles beginnt mit den richtigen Fragen. Zum Beispiel:

  • Lebe ich oder werde ich gelebt?
  • Wenn ich tun könnte, was ich will, was würde ich dann tun?
  • Wofür schlägt mein Herz?
  • Warum tue ich, was ich tue? (Aktivitäten-TÜV) Auf einem weißen Blatt Papier alle Aufgaben, Positionen und Jobs skizzieren – beruflich wie ehrenamtlich / privat. Dann konsequent die Fragen stellen: Warum tue ich das? Gehört diese Aufgabe zu meinem aktuellen Portfolio? Bin ich wirksam darin oder handelt es sich vor allem um einen Zeit- und Energiefresser?
  • Was sind meine Stärken und Vorlieben (Potenzial)? Kann ich diese in meinem aktuellen Tätigkeitsfeld einbringen und ausüben (Position)?

Lösungsweg: anhand der skizzierten Fragen ein Zielbild malen (Vision / Traum). Das eigene Potenzial und die persönlichen Träume herauskristallisieren. Dann stellt sich die Frage: Wie kann ich konkret und in kleinen Schritten beginnen, dieses Potenzial mehr ins wirkliche Leben zu übertragen? Wir beginnen einen Lösungsweg – innerhalb unseres momentanen Kontextes, d.h. innerhalb der aktuellen Position.

Es geht nicht um einen radikalen Bruch, sondern um eine schrittweise Veränderung, die nicht überfordert und die innerhalb der aktuellen Verantwortlichkeiten möglich ist.

 

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